SchauspielKinderMusicalRevue
             
             
             
             
  Vagantenbühne
Trailer: Tour de Farce
https://www.youtube.com/watch?v=zXzXYYEfE64
 
             
             
  Alex- TV
Montagskultur Spezial über
Vagantenbühne Tour de Farce : https://www.youtube.com/watch?v=YHg51Bxnhbk
(Minute 18:35 Sek. - Minute 27:27 Sek.)
 
             
             
  Berliner Morgenpost- Kultur
https://www.morgenpost.de/kultur/article208916167/In-fliegendem-Wechsel-durch-zehn-exzentrische-Rollen.html


In fliegendem Wechsel durch zehn exzentrische Rollen

Von Jana Schwerdtfeger
08.12.2016, 03:00
Top-Events in Berlin
Formularbeginn

"Ehe währt für immer": Unter diesem Titel hat Schriftsteller Herb einen Bestseller verfasst, für den er nun auf Lesereise mit seiner unzufriedenen Gattin Rebecca in einer namenlosen US-Stadt gestrandet ist. Die angespannte Stimmung zwischen den Eheleuten spiegelt die piefige Kulisse wieder, ein spärlich möbliertes Zimmer mit brauner 70er-Jahre-Tapete. In diese Tristesse platzt ausgerechnet Rebeccas Verflossener, denn die Suite wurde versehentlich doppelt belegt. Ein depressiver Kameramann, eine überdrehte Reporterin und die aufdringlichen Angestellten des Hotels machen das Chaos perfekt.
Der größte Spaß dabei: Wie schon in "Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)", dem Dauerbrenner der Vaganten Bühne, werden auch in "Tour de Farce", der jüngsten Produktion des Hauses, alle Rollen von wenigen Schauspielern verkörpert. Damals waren es zahllose Rollen, die von drei Schauspielern gestemmt wurden, hier müssen zwei Darsteller in immer noch zehn Rollen schlüpfen – wobei sie in fliegendem Wechsel eine Rolle ab- und die andere überstreifen.
Sie verschwinden durch die Badezimmertür, um Sekunden später in anderer Verkleidung wieder im Wandschrank aufzutauchen – eine wahre Tour de Force für die Schauspieler, zumal die Wechsel im Laufe der Handlung immer rasanter werden. Da blitzt noch das vorherige Kostüm unterm Bademantel hervor oder eine Perücke verrutscht, und der Zuschauer bekommt eine Ahnung davon, welch logistischer Aufwand jenseits des Vorhangs herrscht. Dank der darstellerischen Leistungen von Cornelia Schönwald und Jörg Zuch bleibt trotzdem stets klar, welchen der exzentrischen Charaktere sie gerade verkörpern.
Dabei werden mit beißendem Spott sowohl die Selbstinszenierung der politischen Kaste als auch die Sensationsgier der Medienwelt gehörig durch den Kakao gezogen. Andreas Schmidt – selbst ein bekannter Schauspieler, der auch schon bei dem Shakespeare-Extrakt Regie geführt hat – inszeniert das Stück der Broadway-Autoren Philip LaZebnik und Kingsley Day wie einen Fernsehfilm, bei dem das Publikum obendrein Einblick hinter die Kulissen bekommt. Das ist sehr, sehr lustig und absolut sehenswert.
Vaganten Bühne, Kantstr. 12a, Charlottenburg. Tel.: 312 45 29. Nächste Aufführungen: 7.-10. u. 30./31. Dezember,
5.-7. Januar, 20 Uhr
(Jana Schwerdtfeger)


   
             
             
             
 

Freie Volksbühne Berlin – Aus meinem Spiral-BLOCK: Theaterbetriebsnotizen 193 0 by Reinhard Wengierek •
HEUTE: 1. „Tour de Farce“ – Die Vaganten

1. Vaganten: Slapstick-Strudel im Tollhaus des Lebens
Wenn auf dem gut gefüllten Markt paartherapeutischer Fachliteratur ein Buch käme mit dem Titel „Ehe währt für immer“, wären dem professoralen Autor hohnlachende Gegen-Bücher sicher. Oder aber und womöglich zugleich: Hohe Verkaufszahlen und Waschkörbe voller Leserzuschriften. Taucht ein solches Werk mit nämlichem Titel im Theater auf oder gar auf dem wenig rutschfesten Parkett des komödiantischen Boulevards, dann ist eins sonnenklar: Die Schwarte wird gnadenlos dekonstruiert. Also ironisch verhackstückt und gepfeffert durch die Verwurstungsmaschine gejagt. Wie jetzt bei den Vaganten unter dem passgenauen Titel „Tour de Farce“. Es ist ein dickes Ding, prall gefüllt mit Irrsinn, Dämlichkeit, Frechheit, Sarkasmus sowie jeder Menge Missverständnisse. Alles fein bissig hergerichtet von Regisseur Andreas Schmidt. Und von Cornelia Schönwald & Jörg Zuch scheibchenweise mit rasendem Tempo serviert auf dem blitzenden Silbertablett des grotesken Klamottentums. Bravo!
Schönwald & Zuch, die beiden Hochleistungsartisten des Slapsticks wie der Verwandlung, geben das mittelalterliche, längst einander entfremdete Ehepaar auf Lesereise. Die Rollen sind ordentlich verteilt: Der Gemahl als Autor von „Ehe währt für immer“ macht den seriösen Weichei-Klugscheißer, die frustige Gemahlin assistiert ihm als getreue Dienerin und beide sollen draußen vor der Welt leuchten als eheliches Idealbild. Doch das Herdheimchen will nicht mehr. Drinnen in einem Hotelzimmer (in wichtigen Nebenrollen: drei Türen, ein Schrank, ein Bett) kracht alles zusammen während der Vorbereitung auf eine anstehende TV-Talkshow. Auslöser des Crashs sind die durcheinander wuselnden Auftritte diverser Knallchargen aus dem Vorleben der Gattin, aus dem auf Skandale erpichten TV-Gewerbe sowie dem Hotelservice. Auch eine das Hohelied der Ehe singende Nonne geistert durchs Chaos zwischen Tür auf, Tür zu, rein in den Schrank oder unters Bett und raus und wieder rein und raus und zurück… Der große Knaller: Die Großkomödianten Schönwald & Zuch spielen all die Rollen – jeder hat fünf! auf einmal: Perücke auf, Perücke ab, Hose, Bademantel, Kleid, Kittel, Nonnen-Tracht an und wieder aus. Alles in fliegendem Wechsel wie die Situationen, die in 90 Minuten des Lebens verrückt flutschende Fülle komprimieren. Dabei die Charakteristiken der Klischee-Figuren werden stets stramm behauptet, die Pointen, Requisiten und Klamotten nie verwechselt einfach toll, wie perfekt die beiden das hinkriegen; super Logistik, super Spieltechnik. Aber eben auch mit einer vom Hollywood erprobten US-Autoren-Duo Philip LaZebnik und Kingsley Day raffiniert ausgeklügelten Komödienmechanik und witzsprühendem Text nebst gehörigen Seitenhieben auf verlogene, selbstbetrügerische Doppelmoral, politisches Korrektsein und miesen Sensationsjournalismus. Klasse übersetzt von Daniel Call, der selbst ein scharfer Komödienschreiber ist.
Herrliche Unterhaltung mit saftiger Lust am niederen sowie dem feinen Sinn für höheren Blödsinn und hinterrücks tragische Untertöne. Eine Tour de Farce als Tour de Force durchs Tollhaus des Lebens. Ein ätzender Blick auf Absurdistan, das uns sehr viel nähersteht, als wir zu glauben wünschen. Ein super Silvesterknaller. Und mehr als nur das.
Termine: 30./31. 12* 05.-07. 01.* 19.-21. 01.* 16.-18.02.* 01.-04.03. *29.-31.03.,01.04.2017

   
             
             
 

Perfektes Timing
schafft ungetrübtes Vergnügen

"Tour de Farce" Premiere 06.12.’16
in der Vagantenbühne Berlin
Das kleine, seit 1949 bestehende Theaterchen neben dem (neuerdings) Musical-Tempel
"Theater des Westens" hat jetzt mit der Premiere von"Tour de Farce" einen Pfeil aus dem
Köcher geholt, der im Publikum als Volltreffer eine durchschlagende Wirkung erzielt. Die
Komödie der absurden Knalleffekte und st.ndig klappenden Türen aus der Feder der
Broadway-Autoren Philip LaZebnik und Kingsley Day steht und f.llt mit dem perfekten
Timing und Kostümwechsel von lediglich zwei Schauspielern, die mit hinreissendem Tempo
und atemberaubendem Verwandlungsgeschick in nicht weniger als zehn Rollen schlüpfen,
ohne dafr mehr als Sekunden zu ben.tigen oder auch nur ein einziges Mal aus einer dieser
Rollen zu fallen. Die Logik der Handlung wird mit flexibler Regie (Andreas Schmidt und
Andrea Katzenberger) jeweils so konsequent aneinandergefügt, dass auch der nüchterne,
kritische Verstand daran nichts zu bemängeln hat.
Das eher karge Bühnenbild lädt zu Beginn kaum ahnen, welcher Ereigniswirbel sich dort
binnen kurzem entfalten wird. Das Entree übernehmen Rebecca Gladney (Cornelia
Schönwald) und ihr Mann Herb Gladney (Jörg Zuch), der Autor des Ratgebers „Ehe währt für
immer", der sein tiefschürfendes Werk gerade der Presse vorstellt. Beide steigen in einem
eher schäbigen Hotelzimmer ab, und die prächtig überdrehte Gattin bekrittelt zunächst alle
Mängel dieser Unterkunft. Beide sind dazu verdammt, im Sinne des Ratgebers ein
unverbrüchliches Ehepaar zu simulieren, obwohl es in diesem Bündnis längst kriselt, weil
Rebecca ihrer Jugendliebe nachtrauert. Die taucht kurz drauf in Gestalt eines alkoholisierten
Senators auf, der seinerseits nach einem erotischen Abenteuer giert. Damit beginnt eine
turbulente Folge hanebüchener Verwicklungen, in deren Verlauf die beiden Schauspieler in
jeweils fünf verschiedene Rollen schlüpfen. Meist genügt ein schneller Tausch von Perücke
und Montur, um die glänzend gegeneinander abgesetzten Charaktere auf die Bühne zu stellen.
Natürlich gehören auch akribisch einstudierte Details und Nuancen in Gestik und Mimik bis
zu Anflügen von Dialektsprechen dazu, die verschiedenen Figuren glaubwürdig auftreten zu
lassen. Das gelingt durchgehend absolut perfekt und schafft zum ungetrübten Vergnügen des
Publikums eine animierte Atmosphäre pausenloser Überraschungen, bei denen es sogar
Szenenbeifall für ein paar besonders gelungene Rollenwechsel gibt. Jörg Zuch erzielt knallige
Wirkung als zunehmend besoffener Senator, der sexuelle Erregung nur dann spürt, wenn sein
blondes Flittchen ihn mit „Mister President" anredet. Oder als aus dem Schrank steigender
Kameramann Gunnar Gustafson, der seine ersten Sporen einst in Schweden bei Ingmar
Bergman verdient hatte. Cornelia Schönwald gewinnt den Oscar des Abends mit ihren
hinreissenden Auftritten als Pam Blair und Gwenda Hill oder als kleptomanisches
Zimmermädchen Nina. Dem allen setzt sie die Krone auf mit dem blitzschnellen
Kostümwechsel zu Schwester Barbara, deren naiv-komische Liedtexte sie mit angenehmer
Singstimme und herrlich alberner Triangelbegleitung präsentiert. Wie das ganze Verwirrspiel
schliesslich endet, soll hier nicht verraten werden. Das Premierenpublikum war jedenfalls in
höchstem Maße angetan und glänzend unterhalten.
Freundliche Grüße
Horst Rödiger

http://roedigeronline.de
www.livekritik.de
www.kultur-extra.de
http://blog.lustaufkultur.de/2016/12/

   
             
             
  Quelle: BEZ v. 08.12.2016 / Irene Bazinger, Foto: Gernot Waltjen
Berliner Zeitung Nr.288, Donnerstag, 8.Dezember 2016

Zehn Leute, zwei Zimmer, viel Spaß
Hinreißende „Tour de Farce“

in der Vagantenbühne
von Irene Bazinger

Zum eisernen Handwerkszeug des Boulevardtheaters gehören ein paar Türen auf der Bühne, die regelmäßig auf- und zuklappen. Man kommt, man geht, dazwischen gibt’s Komödie. Das kann schon ziemlich lustig sein, weil alle diesen Mechanismus kennen
Und damit erst recht und manchmal ironisch- gebrochen für Witz und Klamauk sorgen.
Aber er lässt sich noch verschärfen, indem etwa das Tempo des Türenklapperns erhöht wird, wenn zehn Figuren massiv auf die Tube drücken- die jedoch nur von einer Schauspielerin du einem Schauspieler verkörpert werden!
So geschieht es jetzt in der Vaganten Bühne mit „Tour de Farce“ (2006) von Philip LaZebnik und Kingsley Day, der eine vorwiegend Drehbuchautor, der andere Autor und Musical- Komponist. Die beiden Amerikaner haben die Ärmel hochgekrempelt, sämtliche Hemmungen abgestreift und ein derart verrücktes Stück geschrieben, dass sich darin tatsächlich Genie und Wahnsinn die – um im Bild zu bleiben- Klinke in die Hand geben.
Das Bühnenbild hat natürlich eine zentrale Rolle als Umschlagplatz der Identitäten: Ein unauffälliges Hotelzimmer irgendwo in den USA, mit einer Verbindungstür vom Nebenraum getrennt. Durch diese dringt das Chaos in Form ungebetener Gäste, aufbrechender Gelüste, unaufhaltsamer Konflikte ein. Eigentlich sind in dem Zimmer
Mit den groß gemusterten Tapeten Rebecca und Herb einquartiert. Er hat den Ratgeber „Ehe währt für immer“ herausgebracht und ist nun auf Lesereise, sie soll dafür der lebende Beweis sein, denkt indes an Scheidung. Nun hat allerdings der versoffene Politiker von nebenan ihr Zimmer für seine Geliebte gemietet. Er stellt sich als Rebeccas Jugendliebe heraus. Dann taucht eine sensationslüsterne Fernsehjournalistin mit ihrem schwedischen Kameramann auf, eine sangesfreudige Nonne, ein diebisches Hausmädchen, ein aufdringlicher Hotelboy und schließlich die betrogene Ehefrau des Senators.
Alle rennen andauernd herum, verwechseln einander, dürfen sich nicht begegnen, müssen im Wandschrank verschwinden, ein Duschbedürfnis vortäuschen, Erklärungen erfinden, Gefühle simulieren, wahre Absichten verbergen, Appetit auf Knäckebrot haben, zu viel Whiskey trinken, Schlagsahne bestellen, stattdessen ein Fläschchen Aftershave bekommen, dieses austrinken- und am Schluß im Dunkeln munkeln, weil die Sicherungen durchgebrannt sind ( im konkreten wie im übertragenen Sinn).
Cornelia Schönwald und Jörg Zuch meistern diesen gehobenen Nonsens mit virtuoser Artistik und bewundernswerter Souveränität. In Windeseile werden hier die Perücken, Kostüme, Stimmlagen, Emotionen, Gesten, Gemütslagen und auf flinkesten Beinen die Örtlichkeiten gewechselt. In der Inszenierung von Andreas Schmidt und Andrea Katzenberger hebeln sie wie die hinreißenden fliegenden Boten des anarchischen Humors Raum und Zeit, Sinn und Verstand aus: Was für ein köstlicher, kunstvoller Quatsch!


Kultur extra das online- magazin:


Premierenkritik Perfektes Timing schafft ungetrübtesVergnügen
Tour de Farce an der Vaganten Bühne | Foto (C) Gernot Wöltjen

D as kleine, seit 1949 bestehende Theaterchen neben dem (neuerdings) Musical-Tempel "Theater des Westens" hat jetzt mit der Premiere von Tour de Farce einen Pfeil aus dem Köcher geholt, der im Publikum als Volltreffer eine durchschlagende Wirkung erzielt. Die Komödie der absurden Knalleffekte und ständig klappenden Türen aus der Feder der Broadway-Autoren Philip LaZebnik und Kingsley Day steht und fällt mit dem perfekten Timing und Kostümwechsel von lediglich zwei Schauspielern, die mit hinreissendem Tempo und atemberaubendem Verwandlungsgeschick in nicht weniger als zehn Rollen schlüpfen, ohne dafür mehr als Sekunden zu benötigen oder auch nur ein einziges Mal aus einer dieser Rollen zu fallen. Die Logik der Handlung wird mit flexibler Regie (Andreas Schmidt und Andrea Katzenberger) jeweils so konsequent aneinandergefügt, dass auch der nüchterne, kritische Verstand daran nichts zu bemängeln hat.

Das eher karge Bühnenbild lässt zu Beginn kaum ahnen, welcher Ereigniswirbel sich dort binnen kurzem entfalten wird. Das Entrée übernehmen Rebecca Gladney (Cornelia Schönwald) und ihr Mann Herb Gladney (Jörg Zuch), der Autor des Ratgebers Ehe währt für immer, der sein tiefschürfendes Werk gerade der Presse vorstellt. Beide steigen in einem eher schäbigen Hotelzimmer ab, und die prächtig überdrehte Gattin bekrittelt zunächst alle Mängel dieser Unterkunft. Beide sind dazu verdammt, im Sinne des Ratgebers ein unverbrüchliches Ehepaar zu simulieren, obwohl es in diesem Bündnis längst kriselt, weil Rebecca ihrer Jugendliebe nachtrauert. Die taucht kurz darauf in Gestalt eines alkoholisierten Senators auf, der seinerseits nach einem erotischen Abenteuer giert. Damit beginnt eine turbulente Folge hanebüchener Verwicklungen, in deren Verlauf die beiden Schauspieler in jeweils fünf verschiedene Rollen schlüpfen. Meist genügt ein schneller Tausch von Perücke und Montur, um die glänzend gegeneinander abgesetzten Charaktere auf die Bühne zu stellen. Natürlich gehören auch akribisch einstudierte Details und Nuancen in Gestik und Mimik bis zu Anflügen von Dialektsprech dazu, die verschiedenen Figuren glaubwürdig auftreten zu lassen.

Das gelingt durchgehend absolut perfekt und schafft zum ungetrübten Vergnügen des Publikums eine animierte Atmosphäre pausenloser Überraschungen, bei denen es sogar Szenenbeifall für ein paar besonders gelungene Rollenwechsel gibt. Jörg Zuch erzielt knallige Wirkung als zunehmend besoffener Senator, der sexuelle Erregung nur dann spürt, wenn sein blondes Flittchen ihn mit „Mister President“ anredet. Oder als aus dem Schrank steigender Kameramann Gunnar Gustafson, der seine ersten Sporen einst in Schweden bei Ingmar Bergman verdient hatte. Cornelia Schönwald gewinnt den Oscar des Abends mit ihren hinreissenden Auftritten als Pam Blair und Gwenda Hill oder als kleptomanisches Zimmermädchen Nina. Dem allen setzt sie die Krone auf mit dem blitzschnellen Kostümwechsel zu Schwester Barbara, deren naiv-komische Liedtexte sie mit angenehmer Singstimme und herrlich alberner Triangelbegleitung präsentiert. Wie das ganze Verwirrspiel schließlich endet, soll hier nicht verraten werden. Das Premierenpublikum war jedenfalls in höchstem Maße angetan und glänzend unterhalten.

 

Tour de Farce an der Vaganten Bühne | Foto (C) Gernot Wöltjen

 

Horst Rödiger - 9. Dezember 2016
ID 9733

TOUR DE FARCE (Vagante Bühne, 06.12.2016)
Regie: Andreas Schmidt
Co-Regie: Andrea Katzenberger
Regieassistenz: Lena Mendelson
Hospitanz: Daniel Goodman
Ausstattung: Olga Lunow
Mit: Cornelia Schönwald und Jörg Zuch
Premiere war am 6. Dezember 2016.
Weitere Termine: 9., 10., 30., 31. 12. 2016 / 5. - 7., 19. - 21. 1. 2017

Weitere Infos siehe auch: http://www.vaganten.de

   
             
             
     
             
             
  Die Welt/ Hamburger Abendblatt

12.11.14
Opernloft in Hamburg
Psychoterror und nacktes Grauen
In "Meisterklasse" im Opernloft zeigen sich die Abgründe der Maria Callas
Von Heinrich Oehmsen
Nina Pichlers Inszenierung von "Meisterklasse"- ein abgründiges Spiel.
Foto: Inken Rahardt


Cornelia Schönwald
spielt in "Meisterklasse" am Opernloft die Maria Callas als Egonzentrikerin
"Es geht hier nicht um mich", sagt Maria Callas. In Wahrheit dreht sich in der "Meisterklasse" alles um die Operndiva. Ihre Karriere ist vorbei, ihre Stimme ist brüchig geworden. Jetzt reicht es nur noch für Gesangsunterricht. Doch die Callas ist nicht besonders an den Darbietungen ihrer Schülerinnen interessiert.
Bereits nach dem ersten Ton unterbricht sie eine junge Sopranistin und fängt an, in Erinnerungen an ihre große Zeit auf den bedeutendsten Bühnen der Welt in Mailand und in New York zu schwelgen. "Meisterklasse" ist die erste Premiere in dieser Saison im Opernloft an der Caffamacherreihe. Dabei fällt das Stück von Terrence McNally etwas aus dem Programmrahmen der privaten Opernbühne.(…)
Die "Meisterklasse" ist mehr Theaterstück als Singspiel. Ende der 90er-Jahre stand es zum Beispiel unter der Regie von Niels-Peter Rudolph im Repertoire des Thalia Theaters, Hildegard Schmahl spielte damals die Hauptrolle. Für die Inszenierung von Nina Pichler hat das Opernloft die in Berlin lebende Schauspielerin Cornelia Schönwald engagiert. Sie spielt die Callas als rücksichtslose Lehrerin.
Die Gesangsstunden sind Psychoterror und das nackte Grauen. Doch die Elevinnen (Luise Hansen und Tammi Huber) halten mit Witz und Naivität dagegen. Sie überlassen dem Alt-Star das Feld, hören ihren Deklamationen über Kunst, Schönheit und Gefühl zu und kommen allerdings kaum dazu, einen Ton zu singen. Nach dem ersten "O" ist bereits wieder Schluss. "Sie singen in Sanskrit", wirft die Callas einer Schülerin vor, um dann wieder in ihren Erinnerungen an ihren Liebhaber, den Reeder Aristoteles Onassis, zu kramen oder Konkurrentinnen von früher niederzumachen.
Für Pichlers Inszenierung gab es viel Beifall
Für die Hamburger Regisseurin Nina Pichler, 2010 mit dem Rolf Mares Preis für "Die zweite Frau" von Nino Haratischwilli ausgezeichnet, ist "Meisterklasse" bereits ihre dritte Arbeit am Opernloft. Zuvor hat sie dort "CSI Opera – einer stirbt immer!" und "CSI Opera – 9 Todesfälle in 90 Minuten" inszeniert.
"Meisterklasse" bringt sie mit pointierten Ideen auf die Bühne, die Schauspielerinnen und Pianist Markus Bruker besitzen das entsprechende Timing für die Komik, die auch in diesem abgründigen Spiel steckt. Bei Projektionen der Mailänder Scala darf die Callas die Situation im Klassenraum verlassen und sich auch auf der Bühne in eine andere Wirklichkeit versetzen. Dann werden aus dem Off originale Arien der bedeutenden Sopranistin eingespielt. Für Pichlers Inszenierung gab es viel Beifall, "Meisterklasse" wird erst wieder am 22. November im Opernloft gespielt.
Seit 2010 in der ehemaligen Rotationshalle des Axel Springer Verlages in der Innenstadt. Beheimatet hat die Bühne für Operneinsteiger in den vergangenen Jahren auch bereits einige Preise gewonnen: Drei Mal schon gab es für Arbeiten oder Künstler den Rolf-Mares-Preis, 2010 hat das Opernloft mit ihren ungewöhnlichen Programmen den Pegasus-Preis für Privattheater gewonnen.
"Meisterklasse", nächste Aufführungen:
22.11.14, 20 Uhr; 19.12.14, 20 Uhr; 16.01.15,20 Uhr; 13.02.15,20 Uhr; 12.03.15,20 Uhr; 09.04.15,20 Uhr; 02.05.15,20 Uhr; 30.05.15,20 Uhr; 26.06.15,20 Uhr
Weitere Infos unter www.opernloft.de

   
             
             
   
             
             
   
             
       
             
             
 

http://godot-hamburg.de/category/musiktheater/kritiken-musiktheater/
Meisterklasse


Opern­loft
Eine Schau­spie­lerin ersten Ranges (Cornelia Schön­wald), eine Rolf-Mares-Preisträgerin als Regis­seurin (Nina Pichler), zwei Sopra­nis­tinnen – zwar ohne Schau­spiel­aus­bil­dung, dennoch im Darstel­lungs­ver­mögen ihren hoch­kul­ti­vierten Stimmen eben­bürtig – (Luise Hansen, Tammi Huber), ein musi­ka­li­scher Leiter und Pianist, der hier als Korre­pe­titor fungiert und sogar als Schau­spieler einzu­setzen ist (Markus Bruker), […]

   
             
           
  Premiere Maria Stuart
Westfälische Kammerspiele Paderborn
Westfalen- Blatt 9. Februar 2008
Ränkespiel endet mit Todesurteil

„….gelingt den beiden Hauptdarstellerinnen Cornelia Schönwald (Elisabeth) und Kerstin Westphal (Maria Stuart) ein fesselndes Portrait der beiden unterschiedlichen Charaktere:
hier die prinzipientreue, bei aller Macht durchaus empfindsame und verletzliche Herrscherin,
dort die unbeugsame, bisweilen anmaßende und um gleichberechtigte Anerkennung ringende Gefangene.“

Packendes Duell der beiden Regentinnen

„… Ihren Gegenpart übernimmt mit Cornelia Schönwald eine gleichermaßen starke Frau. In ihrer kraftvollen Interpretation stets präsent: Elisabeth ist eine zerbrechliche, an der aus puristischem Amtsverständnis selbst auferlegten Ehelosigkeit leidende Regentin. Von falschen Beratern umgeben und von Marie in ihrer Ehre gekränkt, unterzeichnet sie das fragwürdige Todesurteil, ohne ihre Hinrichtung eigentlich zu wollen.



Maria Stuart

Westfälische Allgemeine Zeitung
9. Februar 2008

„…Cornelia Schönwald (Elisabeth): starke Momente in ihren Monologen…“




Die Schlacht

Makabres Vergnügen auf dem Tanzboden
Heiner Müllers „Die Schlacht“ am Marburger Schauspiel in Bierzeltatmosphäre
Giessener Allgemeine Zeitung 2000

(…)Wenn die junge Garde des Hessischen Landestheaters zum Totentanz auf dem hölzernen Podest aufspielt, sorgt sie in ihrer außergewöhnlichen Konzentration dafür, dass jedem das lachen im Halse stecken bleibt. Die ambitionierten Darsteller beherrschen das disziplinierte chorische Sprechen genauso perfekt wie die gelungene Gestaltung der vielfältigen Rollen, die jedem einzelnen von ihnen anvertraut wurden. Auch musikalisch sind sie bestens auf der Höhe. Cornelia Schönwald beeindruckt durch ihre intensive Tristesse-Version von Lilli Marleen(…)Am Ende der 90-minütigen Produktion haben die grell-weiß geschminkten Gesichter Trauerränder bekommen. Eine Produktion des Marburger Schauspiels, die man gesehen haben muß.




Die Troerinnen des Euripides
Brennend das unfassbare Leid spürbar gemacht
Schwerpunkt „Antike Tragödie“ am Landestheater Marburg
Giessener Allgemeine Zeitung 2001

Premiere von Sartres „ Die Troerinnen des Euripides“
(…) die dichte, brennende Aufführung benötigt nur fünf weitere Mitstreiterinnen um das Ausmaß dieser Barbarei deutlich zu machen. Mal agieren sie als präzise artikulierender Chor, dann tritt eine jede mit ihrem ganz persönlichen Schicksal hervor. Als Chorführerin weiß Cornelia Schönwald ihre Bühnenpräsenz zu nutzen(…)




Der Sturm
Fantasy in flatterndem Gewand – von Marion Schwarzmann
Shakespeares Sturm in der Inszenierung von Ekkehard Dennewitz in Marburg
Giessener Allgemeine Zeitung 1999

(…) In Kontrast zu den phantasievollen Kostümen der Geisterwelt geht die adlige Mischpoke, die sich nach ihrem Schiffsuntergang an Land retten konnte ganz in Weiß und trägt als wichtigstes Accessoire finstere Sonnenbrillen. Schließlich sind herrschende Politiker allesamt doch nur Gangster und laben sich an der erotischen Wirkung der Macht, wie Cornelia Schönwald als Bastienne (bei Shakespeare noch Sebastian) und Jochen Nötzelmann in einer skrupellosen Paarung eindrucksvoll vorführen(…)





Lysistrate
Freilichtaufführung im Hof des Alten Gefängnis, Marburg
HR 2 Kulturkritik 1999 von Ulrike Schmidt

(…)trotz des modernen und komischen Stils der Inszenierung bleibt die Aussage des Stücks dadurch erhalten, dass Lysistrate – sehr gut und sehr überzeugend dargestellt von Cornelia Schönwald- den Part hat wichtige, politische Inhalte auszusprechen(…) Sie schafft es, den tieferen Sinn der Komödie deutlich zu machen; ernsthafte und ernst gemeinte Aussagen zu machen und dem Publikum zu vermitteln(…)





Stella

Premiere im fast ausverkauften Fürstensaal
Marburger Neue Zeitung 1999

Mit Humor versuchten die Marburger den alten Goethe vom Sockel zu holen
(…) Allerdings kann Cornelia Schönwald als Stella „ ganz Herz, ganz Gefühl“
auch im nachdenklichen Vortrag überzeugen. Im Kaukasischen Kreidekreis noch als kalte Generalsgattin erfolgreich, zeigt sie jetzt überzeugende Wandlungsfähigkeit(..)




Der Kaukasische Kreidekreis
Packende Bilder für Parabel von Brecht
Wiesbadener Tageblatt 1999

„Der Kaukasische Kreidekreis“ vom Hessischen Landestheater bei der jungen Woche
(…) Cornelia Schönwald ist glaubhaft sowohl hochwohlgeborene Gouverneursfrau und Michels Mutter Natella Abaschwili als auch die fromm betuliche Aniko und die dümmliche Magd Ludowika im Minirock(..)





Iwanow
MDR- Kultur Gottfried Blumenstein 1996
Ein Tschechow der Superlative
Ein sensationeller Erfolg. Regisseur Heinz Klevenow und das Ensemble
des Senftenberger Theaters haben nichts Geringeres als ein Theaterwunder vollbracht(…) Da wird über nahezu drei Stunden höchst aufregendes Theater Geboten, das weder Längen, noch billige Tricks zelebriert. Die ausgezeichneten Akteure bewegen sich auf höchst gefährlichem Terrain der Tragikomödie mit artistischer Meisterschaft(…)





Faust- Der Tragödie erster Teil
Alles frisch- alles neu von Knut Lennartz
Die Deutsche Bühne 11/ 95

(..) Die Truppe aus einem Dutzend junger Schauspieler, die in Senftenberg den Faust spielt, gereichte größeren Häusern zur Ehre: Ob Sylvia Burza als selbstbewusst auftrumpfendes Gretchen, Cornelia Schönwald als lebenslustige Marthe oder all die anderen, die in wechselnden Rollen in Auerbachs Keller, der Hexenküche oder der Walpurgisnacht durch die Szene geistern(…)





„Krach in Chiozza“ explodierte am Freitag in der Neuen Bühne Senftenberg
Das Publikum – der lachende Dritte von Thoralf Schirmer
Lausitzer Rundschau 1995
(…)Vor einer schlichten Kulisse hat Heinz Klevenow das Stück mit bewundernswert leichter Hand inszeniert. Da ist Platz für jeden der Schauspieler um seinem Affen ordentlich Zucker zu geben. Zwei grandiose Leistungen werden mir dabei noch lange in Erinnerung bleiben: Da ist zum Einen das Duo Sybille Böversen und Cornelia Schönwald, das sich als Schwägerinnen Madonna Pasqua und Lucietta die Pointen wie Schmetterbälle zuspielt. Mit nie nachlassender Dynamik sind sie zwei atemberaubende Furien von einer göttlichen Mimik, die alle angeblichen Register des Weibervolks ziehen.(…)
Ein weiterer Höhepunkt: die verbale Fensterschlacht zwischen Orsetta und Lucietta (Catharina Struwe und Cornelia Schönwald).





Medeia
im Stadttheater
Scheitern an der Verzweiflung
Westfalen- Blatt Redaktion Minden 1994
Minden Gefühl und Vernunft, Beherrschung und Leidenschaft, das sind die Pole der „ Medeia“- Inszenierung der „ Neuen Bühne Theater Senftenberg“ Zwischen ihnen spannt das Ensemble einen Bogen, de die Zuschauer 100 Minuten lang in Atem hielt. Voller Aktion präsentieren die Schauspieler das Euripides- Stück und geben die Protagonisten zugleich vielschichtige Charaktere, die das antike Thema erstaunlich modern wirken lassen. Zum beeindruckenden Frauenportrait gestaltet dabei Cornelia Schönwald die Rolle der Medeia, die an der Zerreißprobe zwischen überlegenem Intellekt und Rachegelüsten scheitert. (…)





Medeia – heimatlos und verachtet
Lausitzer Rundschau 1994
Euripides „ Medeia“ im Theater Neue Bühne Senftenberg
(…) Medeia ist mit Cornelia Schönwald hervorragend besetzt: eine herbe Schönheit, groß in ihrem Schmerz, sachlich-verschlagen, wenn sie taktiert, geradezu sanft entschlossen schließlich den bösen Weg zu Ende zu gehen, sich an Jason, dem Ungetreuen zu rächen.(…)





Medeia
Die „Medeia“ des Euripides in Senftenberg
Der befreiende Stumme Schrei…

Neues Deutschland 1994
(…) Im Zentrum des Abends aber Cornelia Schönwald als Medeia. Im Sommer von der Ulmer Schauspielschule nach Senftenberg gekommen, zeigt schon ein beachtliches Maß an darstellerischem Differenzierungsvermögen. Sie flüstert, vom Entsetzen über den eigenen Plan ergriffen, kriechend fleht sie Kreon um Aufschub des Ausweisungsbefehles an, nach der Übertölpelung des Herrschers verbündet sie sich hohnlachend mit dem Chor der Frauen, und die Nachricht vom Tod der Konkurrentin quittiert sie mit einem befreienden stummen Schrei. Es ist als ob die Figur ständig gegen den Ausbruch ankämpft. Und wenn dann der Aufschrei tatsächlich aus ihr herausbricht ist das ein auffälliger Punkt und macht betroffen.



Medeia
Giftmischerin aus Liebe und Hass
Lausitzer Rundschau 1994
Ein brillantes Debüt für Cornelia Schönwald: Euripides’ „Medeia“ hatte Premiere
Die Rolle der Medeia, die für ihren treulosen Geliebten gemordet, gestohlen und ihr Land verlassen hat, hat Frank Lienert – das war sicher nicht ganz ohne Risiko- einer Debütantin anvertraut: Cornelia Schönwald, frischgebackene Absolventin der Schauspielschule in Ulm. Die Wahl entpuppte sich letzlich als eine hervorragende. Die Schönwald spielt mit wilder Mimik den ausgelebten Zorn, die Wut, die Verzweiflung und die Verletzlichkeit, die aufkeimende und sogleich wieder erstickte Liebe, den letzten stummen Schrei ( eine faszinierende Studie übrigens) – den gesamten Kampf, den sie mit einem Satz zusammenfasst „ Keiner soll mich für schwach und hilflos halten, für eine sanfte Dulderin“(…)
   
         
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  Waldkinder
Rudolf Herfurtners Stück in Senftenberg – von Silvia Brendenal
Lausitzer Rundschau 1998

(…) in den Haaren bunte Bänder, am Mantel viele unterschiedliche farbige Knöpfe, bepackt mit mehreren Rucksäcken, Taschen, Beuteln und einem gelben Schulranzen, seltsam und doch irgendwie vertraut ausschauend, betritt Kitti die Bühne. Sie breitet eine Decke aus, zieht die Handschuhe von den Fingern, schlüpft einer Schlange gleich aus dem Mantel, dreht den um, kehrt das Innere nach außen(…)
Kitti liebt es Geschichten zu erfinden. Geschichten, die sie für einen kurzen Augenblick aus ihrer Einsamkeit erlösen und erzählen von ihren Sehnsüchten, Ängsten und Hoffnungen. Cornelia Schönwald spielt diese sich genießerisch in ihre Phantasiewelt rettende Kitti.
Mit sehr viel schauspielerischer Energie und Gestaltungswillen behauptet sie Kittis Phantasiegeschöpfe auf der Bühne, deren Eigensinn, auch die irrwitzigen Situationen, in die sie oft geraten. Da entstehen schöne, mitunter auch komische und berührende Momente. (…)
   
         
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  Ein Käfig voller Narren - Theaterspaß mit Tiefgang
Gratwanderung

Jülicher Zeitung 4/2005
(…) Es wird bezeichnet als Musical „kunterbunt bis rosa“- es war tiefschwarz bis hin zu den hoffnungsvollen Farben des Regenbogens. Den Schauspielern gelang die Gratwanderung zwischen der Vermittlung von ernster Thematik und Komödie. Sie brachten rasante Tanzszenen, perfekte Travestie, witzige Dialoge und besonders Cornelia Schönwald als Mme. Dindon wahnsinnige Situationskomik.
In den Gesangspartien beeindruckte das ganze Ensemble(…)





Ein Käfig voller Narren
Rheinisches Landestheater Neuss
musicals 12/ 2004
(…) sowie Klaus- Jürgen Gemke und Cornelia Schönwald als herrlich prüdes Ehehpaar Dindon überzeugen (…)




Jesus Christ Superstar
Ein Christus zwischen Sinnlichkeit und Martyrium
Marburger Neue Zeitung 2002
- die aufwendige Großproduktion des Hessischen Landestheaters wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen
Wohltuend, wie die Inszenierung tradierte Klischees vermeidet, leider wurde das nicht bis zum Schluß durchgehalten(…)Was dagegen positiv zu Buche schlägt, kann hier nicht komplett aufgezählt werden. Zum Beispiel die Beteiligung des Chors „hessen vocal“, sowie die Band „Atomic B. and the Huguenots “.
Oder die großartige Cornelia Schönwald : als androgyner Herodes verspottet sie Jesus und will ihn in einer einfallsreichen Steptanz-Szene drängen, sich wirklich wie ein Superstar zu verhalten, um zum allgemeinen Amüsement beizutragen.





Bankers Opera Premiere
Viel Spaß für Auge und Ohr: Publikum bejubelte die Banker- Oper
Marburger Neue Zeitung 1999 von Heike Döhn
Es kommt äußerst selten vor, dass nach einem Theaterstück so heftig und andauernd applaudiert wird, dass die Schauspieler sich genötigt sehen, eine rechte Zugabe zu geben.
So geschehen am Samstagabend bei der Premiere des Musicals „Bankers Opera“ die die Geschichte von Brechts „Dreigroschenoper“ fortschreibt.
(…) Die absoluten Stars des Abends aber waren die Dollys, sechs Mädchen, die unter der Leitung von Ober- Dolly Cornelia Schönwald die Bühne aufmischten, dass kein Auge trocken blieb.(…) Der Renner des Abends der Dolly- Song „ Mir geht’s gut“, der dem Publikum so gut gefiel, dass die Darsteller ihn am Schluß noch einmal zum Besten geben mussten.




Die Rocky- Horror- Show
Regionalsender RTS 1998
(…) Bühnenshow der Spitzenklasse(…)die schauspielerische und sängerische Leistung ist atemberaubend, Leistung des gesamten Ensembles, Bühnen- Maskenbildner, Requisiteure (…) es wird einfach alles gegeben(…) Standing Ovations sind selbstverständlich(…)
Dabei sein, sich fallen lassen und ein Teil der Handlung werden, das macht den Kult der Rocky- Horror- Show aus(…)





Die Dreigroschenoper
Premiere am Theater Senftenberg
Radio Brandenburg - Hartmut Krug 1995

Das Ensemble bringt scharf umrissene typisierte Karikaturen oder karikierte Typen auf die Bühne. Mit schauspielerischer Genauigkeit und darstellerischem Witz wird jede Szene ausgepinselt. Manchmal etwas zu stark, so dass sich das Vergnügen in die Länge zieht.
Dann aber auch wieder, wie bei Cornelia Schönwald als Lucy mit solch spielerischer Überdrehtheit, dass das Publikum mit spontaner Begeisterung reagiert (….)
   
         
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Ausrufezeichen gegen den drohenden Verfall

Premiere von "Stör ich?" im Theater der Keller
Wochenspiegel 24.05.2011


Foto: MEYER ORIGINALS
Frank Maier, Cornelia Schönwald und Sebastian Kemper (v.l.) "störten" die lethargische Wahrnehmung des Niedergangs freier Theaterhäuser aufs Vehementeste.
Innenstadt-Süd (ha). Furioses Finale der "Keller-Revolution": Mit der achten Premiere innerhalb von neun Monaten "erschütterte" das Team um Intendantin PiaMaria Gehle die Szene mit einem finalen Aufbäumen gegen die drohende Einstellung des Spielbetriebes. 
Mit Iris Matzens Stück "Stör ich?" gelang dem Ensemble ein schreiendes Ausrufezeichen gegen den Verfall der freien Theaterszene und dem drohenden Tod eines guten Stücks unabhängiger Kunst. Dass Theater den Menschen nicht nur unterhält, sondern im besten Falle aus verkrusteten Gedankenmustern aufwecken kann, bewies die Inszenierung bereits vor der Aufführung. Eine vor der Spielstätte aufgestellte Tafel kündigte den irritierten Besuchern die öffentliche Generalprobe an. So blieb dann über weite Strecken auch das Licht im vollbesetzten Saal an, verhaspelten sich die Darsteller mit ihren Texten, unterbrach der Regisseur unwirsch den Ablauf und verabschiedete sich der Beleuchter immer dann, wenn seine Anwesenheit am meisten benötigt wurde. Angelegt als Liederabend, verstanden es die Darsteller, Sinn oder - je nach Perspektive - Unsinn des Schauspiels singend, seufzend, lachend oder wütend zu intonieren. Klassiker wie Katja Epsteins Interpretation von "Theater" oder das ­Solidaritäts­credo "Bei uns im Veedel", von den Bläck Fööss, erhielten im Lichte des allgemeinen Theaterniedergangs einen zynischen Unterton, der, obwohl zu Lachsalven animierend, sich nach dem Ausklang des letzten Refrains als drohende Wolkenfront über das Haus legte.
In einer herrlich chaotischen Inszenierung von Iris Matzen überzeugten Sebastian Kemper als "nicht hauptberuflicher, und damit solventer Pianist", Frank Maier als enervierter Regisseur sowie die umwerfende Cornelia Schönwald als Chanteuse, die ihre Maske als Entertainerin fallen ließ und den Betrachter hinter die Kulissen der Romantikfabrik "Theater" führte. Bezeichnender Weise endete die unsentimentale Reise mit Queens "The Show must go on"- einem Song, bei dem nicht nur Rock-Titan Freddy Mercury um sein Leben sang.
Es bleibt zu hoffen, dass jenes Aufbäumen gegen den Untergang die Spielstätte in eine vertikale und standfeste Position rückt. Unbedingt anschauen!




Premiere: Theater der Keller, Köln

Stör ich? Was Sinnvolles von Iris Matzen (mit Musik!!!)
veröffentlicht am: 24.05.2011 um 09:00 Uhr
(ehu)

Dem Theater der Keller geht‘s schlecht. Finanziell. Darüber kann man sich bei der Politik beklagen. Tut man, ist Pflicht. Kür ist, darüber ein Theaterstück zu schreiben. Auch das tat man. „Stör ich?“ hatte jetzt Premiere: Eine feingesponnene, unterhaltsame Farce, die das Publikum zu langem Beifall hinriss. Der herumgereichte Klingelbeutel blieb allerdings ungefüllt.
Zum Stück:
Ein Regisseur (Frank Maier), eine Sängerin (Cornelia Schönwald), ein Pianist (Sebastian Kemper): Sie stehen mit ihrem Stück – „mit Musik!“ – vor der Premiere. Jetzt ist die Generalprobe angesagt. Die aber hat ihre Tücken. Denn es hakt an allen Ecken und Enden. Immer wieder kommt es zu Stockungen, zu Diskussionen.
Etwa über fehlendes Geld. Soll der Pianist den Ali mit Schnäuzer machen, um an staatliche Fördergelder zu kommen? Kriegt Bernadette doch noch ein richtiges Kostüm zur Premiere? Warum ist das Bühnenbild aus alten Stücken zusammengepuzzelt (wer regelmäßig das Theater besucht, hat so manches Déjà-vu-Erlebnis)? Und warum gibt es keine Zuschüsse: Weil man nicht genug Multimediaspektakel macht, weil keine Migranten vorkommen? Fließt Staatsknete, wenn der Pianist einen auf Ali macht und sich dafür einen Schnäuzer anklebt? Und welchen Sinn macht Theater heute überhaupt? Sollte man nicht, ganz fortschrittlich, das 3D-Theater erfinden. Fragen über Fragen, auf die es gottlob keine fertiggestanzten Antworten gibt.

Gemein: Der Sängerin (Cornelia Schönwald) wurden die schönsten Textstellen gestrichen. © MeyerOriginals :: ClickBild=Vollbild
Immer wieder läuft die Regiearbeit aus dem Ruder. Da protestiert die Sängerin, weil der Regisseur ganze Passagen aus ihrem Text gestrichen hat, ohne ihr Bescheid zu sagen. Mit dem Licht klappt es auch nicht so. Und bisweilen läuft ihm seine Hauptdarstellerin beleidigt von der Bühne. Dann beginnt eine wilde Verfolgungsjagd. Tür auf. Tür zu. Und am Ende fehlt dem Regisseur gar die zündende Idee fürs Finale.
Genug Anlass für Szenenapplaus gibt es – doch Beifall ist dem Publikum streng verboten
Das einzige, was der Regisseur richtig im Griff hat, ist das echte Publikum. Dem hat er gleich zu Beginn das Beifallklatschen verboten. Das sei so Theatersitte: Werde bei der Probe applaudiert, gehe es bei der Premiere schief. Und das Publikum gehorcht – eine merkwürdige Abart des trendigen Mitmachtheaters.
Dabei hätten insbesondere die Sangeskünste der Chansonette Bernadette (Cornelia Schönwald) Szenenbeifall verdient, wenn sie leicht schräg nicht nur die die Hits aus „Cabaret“ interpretiert.
Und erst recht die prollige Rockversion des Bläck-Fööss-Hits „In unserm Veedel“. Immerhin das Lachen lässt sich das Publikum nicht verbieten. Und dazu gibt es Anlässe genug. Auch wenn es manchmal bitterböse sind.
Dem Theater der Keller geht es schlecht. Finanziell. Am Programm kann es nicht liegen. Wer solche Selbstironie auf die Bühne bringt, wer solche Schauspieler und solche – echten – Regisseure hat (in diesem Fall Regisseurin: Sie heißt Iris Matzen und hatte auch die Idee) verdient jede finanzielle Unterstützung.



 

Die Hauptprobe der Generalprobe
Konzept & Regie: Iris Matzen
Musikalische Leitung & E-Piano: Sebastian Kemper
Mit: Frank Maier, Cornelia Schönwald, Sebastian Kemper
Zitate aus der Kritik von Stephan Martin Meyer am Mittwoch, 25.05.2011


Bild: Meyer Originals
(…)„Stör ich?“, Theater der Keller (…)Generalprobe einer Aufführung (…) Stück im Stück(…) spannende Doppelung(…)Iris Matzen (…)thematisiert und inszeniert (…) mit Bravour(…)Cornelia Schönwald überzeugt als Hauptdarstellerin durch ihre Gesangsstimme. Gekonnt intoniert sie (…) Klassiker (…)zum Thema Theater.
(…)“Stör ich? (…)Komödie über Niedergang der Theaterszene in Köln, Kulturpolitik in Deutschland, ein Muss für alle, die sich für Kultur interessieren(…).

 

 

 


Theater-Premiere, Theater der Keller, Köln
„Stör ich? Was Sinnvolles von Iris Matzen (mit Musik!!!)“
Schauspieler verbietet Publikum den Beifall
Erstellt am 23. Mai 2011

Da steht eine Sängerin auf der Bühne, singt hervorragend – und das Publikum darf nicht applaudieren. Fast ausnahmslos hält es sich brav an das Verbot, um sich dann beim abschließenden Premierenbeifall minutenlang frei zu klatschen. „Stör ich?“ hatte im Theater der Keller seine Uraufführung – eine höchst vergnügliche und intelligente Komödie über die Schwierigkeiten, in Zeiten von knappen Kassen und Unterhaltungskonkurrenz Theater zu machen.
Von Jürgen Schön

Ein neues Kostüm für Chansonette Bernadette (Cornelia Schönwald)? Das kann sich das Theater nicht leisten. Foto: MeyerOriginals
Ein Mann und eine Frau, dazu ein Pianist, laden das Publikum zur „Generalprobe“ ihres neuen Programms – „mit Musik!“ – ein. Dabei macht der „Regisseur“ (Frank Maier) sofort klar, dass einem alten Theater- Aberglauben nach während einer Probe nicht geklatscht werden darf. Auf der Bühne kämpft „Chansonette“ und Diplom-Schauspielerin Bernadette (Cornelia Schönwald) um ihren Auftritt. Mit ihrer wunderbaren Stimme singt sie vor allem Songs aus „Cabaret“ – stets den kleinen Tick schräger als das Original, ohne jedoch ins Lächerliche abzustürzen.
Immer wieder kommt es zwischen beiden zu unterbrechenden Dialogen. Sie diskutieren etwa über Förderrichtlinien, wonach es das meiste Geld gibt, wenn man irgendwas mit Migranten macht: Integrieren durch Inszenieren. Pech, dass der Pianist (virtuos Sebastian Kemper am E- Piano) selbst mit angeklebtem Schnäuzer nicht als Ali durchgeht. Oder sollte man, um an Fördergelder zu kommen, auf Multimedia mit vielen Monitoren auf der Bühne setzen? Oder sich mit dem kölschen Evergreen „In unser‘m Veedel“, in Rockpose geknödelt, beim Publikum anbiedern? Nicht nur hier hätte es Szenenbeifall verdient – aber siehe oben...
Auch typische teaminterne Probleme werden persifliert. Wie die Selbstherrlichkeit des Regisseurs, der Teamarbeit behauptet und über Nacht ohne Absprache die schönsten Songs streicht. Das sind selbstironisch-kritische Treffer, die sitzen: mit der Führhand angetäuscht, mit der Schlaghand knapp und präzise nachgesetzt. Eine endgültige K.O.- Lösung braucht es da nicht. Auch um die Theaterkunst als solche geht es, vielleicht sollte man das 3-D-Theater erfinden, um sich in der Unterhaltungskonkurrenz zu behaupten?
Im Bühnenbild werden regelmäßige Keller-Besucher Teile aus anderen Inszenierungen erkennen. Es muss ja gespart werden. Genau wie bei den Kostümen. Solche Anspielungen auf die Situation des Theaters der Keller und auf die gesamte deutsche Theaterszene sind kein Zufall. Schließlich hat sich Hausregisseurin Iris Matzen „Stör ich?“ ausgedacht. Sie führt hier auch Regie, konsequent, einfallsreich und auch vor wilden Verfolgungen mit Tür-auf-Tür-zu nicht zurückschreckend.

 

 

 

Sekretärinnen
Westfälische Kammerspiele Paderborn
Witzig, rasant und spektakulär- Jubiläums- Revue in den Kammerspielen
Westfälische Allgemeine Zeitung 11/2007

(…) Spektakulär gestaltete sich auch die Hommage von Cornelia Schönwald an Musical- Regisseurin Helga Wolf. Rasant wechselte sie von der skurrilen Kleptomanin, die bei ihrer zwanghaften Stehlsucht auch die Männer im Publikum mit einbezog, bis hin zur liebestollen Sekretärin, die ihre Gefühlsambitionen an der Schreibmaschine auslebte(…)



Sekretärinnen
Mitreißendes Fräuleinwunder
Theater und Orchester GmbH Neustrelitz/ Neubrandenburg
Susanne Schulz im Nordkurier / Feuilleton / 28.9.2002
Sekretärinnen-eine schrille Büro-Revue, in der sieben Schauspielerinnen dem Affen Zucker, dem Büroboten Jogurt im Löffel servieren
(..)Was leicht als Nummernprogramm hätte veröden können, wird hier nämlich geschickt mit inszenatorischen Ideen gefüllt. Aus einem Hauch von Nichts an Handlung und Dialog macht der Regisseur Roman Hovenbitzer eine schön schrille Büro-Revue, in der sieben Schauspielerinnen dem Affen Zucker, dem Büroboten Jogurt im löffelklimpernden Donauwalzertakt, dem Chef die Linie und dem Publikum eine mitreißende Vorstellung geben.
Ironischer Charme
(…)die öko-esoterische Emanze; stimmlich herausragend: Cornelia Schönwald(…)





Stürmisch umjubelte Premiere der „Sekretärinnen
Oberhessische Presse 2000

(…) Cornelia Schönwald ist, bildlich gesprochen, für die schrägen Töne zuständig und sicherte sich als aufgedrehte, spleenige Nymphomanin zu Recht Sonderapplaus(…)



Die Bar zum Krokodil
Glühende Herzen in Bergnot
Westfälische Allgemeine Zeitung 04. 2005

Westfälische Kammerspiele Paderborn, Premiere: Die Bar zum Krokodil
(…) Eine Glanznummer ist auch der Hollaender-Text auf „ Die Kleptomanin“, das ist wirklich urkomisch von Cornelia Schönwald als strickender Garderobiere(…)




Mokka- Milch- Eisbar

Farbfilm nicht vergessen
Lausitzer Rundschau 1995
70-er Jahre- Revue in der Mokka- Milch- Eisbar
(…)Gut gemischt: Sketche mit kabarettistischem Pfiff und diese Schlagererinnerungen in jener Mokka- Milch- Eisbar mit Cornelia Schönwald’s Demonstration aller möglichen DDR- Kellner-Unarten(…) Aufgaben als Solist wie Gruppensänger, die die sieben Mitwirkenden glänzend bewältigen. Stimmlich im oft nicht unkomplizierten Satzgesang- mal mehr imitierend, mal mehr parodierend(…)
Schauspieler, bei denen Singen (Schlager, Pop, Rock) zweite Mimenpflicht ist(…)

   
         
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