Neue Westfälische, lokale Kultur, Paderborn,10. April 2009

Positive Perfektionistin
Das Interview:
Cornelia Schönwald über Heimat und ihre Verwandlungen auf der Bühne

Paderborn. Die freischaffende Schauspielerin, Sängerin und Sprecherin
Cornelia Schönwald ist regelmäßiger Gast auf hiesigen Bühnen. Zuletzt mit einem solistischen Chansonprogramm im Amalthea-Theater zu erleben, steht der Gesang
auch in ihrem aktuellen Projekt im Mittelpunkt. Gemeinsam mit ihren Kollegen
Isabel Zeumer, Jessica Fendler, Andrea Köhler, Christian Onciu und Gerhard Gemke bestreitet Cornelia Schönwald (39) den Liederabend „ Denn alle Lust will Ewigkeit“, der auf Arrangements von Franz Wittenbrink beruht (Premiere: 23. April). NW- Mitarbeiter Dietmar Gröbing hat sich mit der gebürtigen Münchnerin unterhalten.

Frau Schönwald, was erwartet die Zuschauer beim anstehend Liederabend und welche Rolle haben Sie dabei?
CORNELIA SCHÖNWALD: Es handelt sich um einen melancholisch-humorvollen Liederabend über die Liebe, den Tod und die Ewigkeit. Im Zentrum stehen drei Frauen, die an einem jenseitigen Ort leben, wo sie nicht mehr sterben können, da sie bereits tot sind. Hier vertreiben sie sich singend, tanzend und mit allerlei Spielen die Zeit, bringen sich gegenseitig um und haben Spaß, denn auch alle Ewigkeit will Lust. Die Figur, die ich darstelle, erinnert sich auf sehr eigenwillige Art und Weise an ihre vergangene Liebe. Mehr möchte ich aber hier nicht verraten.

Sie sind in Süddeutschland aufgewachsen und ausgebildet, pendeln beruflich zwischen Neuss, Berlin, Hannover und Paderborn. Was bedeutet Ihnen vor diesem Hintergrund der Begriff Heimat?
SCHÖNWALD: Die Heimat sollte man in sich tragen, dann kann man sie immer da auspacken, wo man gerade ist. Was man braucht ist eine Basis. Worin die liegt, muss jeder für sich entscheiden. Ich verbinde den Begriff Heimat sehr stark mit Landschaften. Bei mir ist das zum einen die Schwäbische Alb, zum anderen das Gebiet in und um Berlin. Heimat ist für mich aber auch an Menschen geknüpft, mit denen ich meinen Humor teilen kann.

Inwiefern ist die Arbeit im Ensemble anders als die solistische Performance?
SCHÖNWALD: Ein gutes Ensemble ist Gold wert. Es ist aber auch toll, einen Abend allein zu bestreiten. Obwohl man nie wirklich allein ist. Es gibt den Pianisten, Licht – und Tontechniker und - natürlich das Publikum. Deshalb bin ich streng genommen gar nicht solistisch tätig. Hinter einer Person stehen immer ganz viele andere. Ein Soloprogramm ist auch nicht zwangsläufig befriedigender, nur weil man den Fokus auf sich zieht. Es gibt sehr gute Ensemblerollen, die gar nicht Hauptrollen sein müssen. Es gibt ohnehin keine schlechten Rollen. Entscheidend ist immer, was man aus einem Part macht.

Wie wichtig ist ihnen die Verwandlung auf der Bühne?
SCHÖNWALD: Die finde ich äußerst spannend. Das ist eigentlich das Tollste an meinem
Beruf. Ich empfinde es als Privileg meinen Spieltrieb öffentlich ausleben zu dürfen.

Was verbinden Sie mit Paderborn?
SCHÖNWALD: Ich freue mich immer, wenn ich in die Stadt komme, weil Paderborn für mich ein wichtiger Ort ist. Das hängt in erster Linie mit den Kammerspielen zusammen, wo ich in den letzten Jahren sehr gute Rollen bekommen habe und nach wie vor bekomme.
Ich habe hier sehr nette Kollegen und pflege intensive private Kontakte. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Stadt ihre Gäste sehr respektvoll behandelt. Alle Reaktionen, die ich bisher erfahren habe, waren positiv.

Als ausgebildete Sprecherin müssen Sie entsetzt sein über den Niedergang der Sprachkultur.
SCHÖNWALD: Die Entwicklung ist in der Tat beängstigend. Produzenten, Redakteure und Regisseure sind verstärkt angehalten, Sendungen im kleinsten Rahmen, sprich möglichst kostengünstig zu bestreite. Darunter leidet das Niveau. Gerade in den öffentlich-rechtlichen Medien kann die Messlatte aber gar nicht hoch genug liegen. Man sollte bemüht sein, das Bestmögliche anzustreben und zu erreichen. Dabei geht es gar nicht so sehr um die eigene
künstlerische Befriedigung, sondern darum, dass man einen kulturellen Auftrag hat.

Das klingt als seine Sie Perfektionistin.
SCHÖNWALD: Ich versuche die Sachen, die ich mache gut zu machen „ Irgendwie“ finde ich uninteressant. Es kommt mir auf Qualität und Lebendigkeit an. Ich bin Perfektionistin im positiven Sinne.

   
             
             
             
             
  NEUSS TOP MAGAZIN Ausgabe 2 Sommer 2008

Cornelia Schönwald, Schauspielerin, Sängerin und Sprecherin:

"Neue Herausforderungen
beflügeln mich!"

Wenn der Funke zwischen ihr und dem Publikum übergesprungen ist, dann fühlt sich Cornelia Schönwald in ihrem Element. Einen dieser Momente höchster, künstlerischer Erfüllung erlebte sie erst vor wenigen Wochen während eines Auftritts mit ihrem Chanson-Solo-Programm "Ist hier noch frei?" im Neusser Börsencafé. Cornelia Schönwald wurde in München geboren, besuchte die Akademie der Künste in Ulm, arbeitet und lebt derzeit in Berlin und Neuss. Von hier aus steuert sie ihre Arbeit als freischaffende Schauspielerin, Sängerin und Sprecherin für Hörbücher und Radio (WDR).

Als Gegenpol zu ihrem bewegten, künstlerischen Leben, sucht Cornelia Schönwald gerne die Nähe zu vertrauten Personen und liebt lange Spaziergänge am Rhein. Das große Spektrum ihrer Rollen reicht vom klassischen Drama bis hin zu Musical und Revue. Sie liebt es, von einer Rolle in die nächste zu schlüpfen. So spielte sie an der Neuen Bühne Theater der Stadt Senftenberg “Medeia“ und im Musical "Rocky Horror Show" und feierte große Erfolge mit Goethes "Stella" am Hessischen Landestheater.

Schauspielerin
und Regisseurin

Während sie an einem Abend in der Musical-Comedy „Non(n)sens“ brilliert, steht sie kurze Zeit später als Schillers "Elisabeth I" auf der Bühne der Westfälischen Kammerspiele in Paderborn. Cornelia Schönwald sucht ganz bewusst die Abwechslung in ihrem Beruf. "Der Mut zur Veränderung ist für uns Künstler ein wichtiger Baustein für einen erfolgreichen Werdegang!"
Mit einer Episodenrolle in der bekannten RTL-Serie "Familienanwältin" und in mehreren Kurzfilmen konnte sie ihre Ausbildung auch vor der Kamera unter Beweis stellen. Darüber hinaus ist Cornelia Schönwald auch als Regisseurin tätig. Ihre Inszenierungen "Der Bau" von Franz Kafka und "Nackt steh ich vor euch" von Joyce Carol Oates wurden am Theater Tübingen und am Rheinischen Landestheater Neuss gespielt.

Chansons mit
Humor, Charme und Biss

"Ist hier noch frei?" lautet der Titel ihres Chanson-Programms, mit dem sie am 30. August um 20 Uhr im "KaffeeArt" in Willich-Schiefbahn zu sehen sein wird. Mit musikalischer Untermalung des Pianisten Volker Kolmetz portraitiert sie eine außergewöhnliche Dame zwischen Alltag und Wahnsinn, Wunsch und Wirklichkeit, getrieben von alltäglichen und nicht alltäglichen Sehnsüchten. Wer am 30. August keine Gelegenheit hat, Cornelia Schönwald zu sehen, hat am 26. September um 20 Uhr noch einmal die Möglichkeit ihre freche Chanson-Revue im "Theater Ohne Namen" in Krefeld zu erleben. Karten zu beiden Veranstaltungen gibt es an der Abendkasse.

Die Liebe
und ihre Folgen

Seit einigen Jahren lebt Cornelia Schönwald in Neuss und sie weiß ganz genau, was sie hierher geführt hat. Zum einen war sie einige Jahre am Rheinischen Landestheater beschäftigt und zum anderen ist sie der Meinung, dass die rheinländische Kulturszene, Künstlern vielfältige Möglichkeiten bietet, sich auf kleinen, aber feinen Bühnen zu präsentieren.
Anknüpfend an den großen Erfolg von "Ist hier noch frei" arbeitet Cornelia Schönwald zur Zeit an einem weiteren Chanson-Programm mit dem Titel „Les histoires d’amour "…von der Liebe und ihren Folgen", - Premiere ist am 5. Juni in der Burg Baesweiler- mit dem sie auch im Rhein-Kreis-Neuss auftreten möchte.
Christa Brüster

 
             
             
             
             
  Lebensberuf rund um die Bühne
Die Schauspielerin Cornelia Schönwald inszeniert in Neubrandenburg „Schneewittchen“. Zum ersten Mal bringt sie ein Kinderstück auf die Bühne.

Für die Theaterzuschauer in Neubrandenburg und Umgebung ist Cornelia Schönwald
keine Unbekannte mehr. Sie kennen die Schauspielerin und Sängerin bereits aus den Wittenbrink - Liederabenden „ Sekretärinnen“ und „Mütter“.
Derzeit ist Cornelia Schönwald wieder in Neubrandenburg: als Co- Regisseurin
Der Märcheninszenierung „ Schneewittchen erzählt…“, die morgen im Schauspielhaus Premiere feiert.

Eine Premiere nicht nur für das Publikum, sondern auch für die Künstlerin.
Nachdem Cornelia Schönwald unter anderem im Zimmertheater Tübingen und Am Rheinischen Landestheater Neuss inszeniert hatte, führt sie nun in Neubrandenburg zum ersten Mal bei einem Märchen Regie.“ Ich finde es wichtig, für Kinder Theater zu machen“ sagt die Co- Regisseurin und ihre blauen Augen funkeln dabei. Kinder bräuchten Theater, es beflügele ihre Phantasie und schicke sie gedanklich auf Reisen.
Die Idee, Schneewittchen in Neubrandenburg zu inszenieren, hatten Cornelia Schönwald und die Spielerin Beate Biermann- die schon in den turbulenten Wittenbrink - Programmen auf der Bühne standen, gemeinsam. (…)
Schauspielen, singen oder inszenieren: Sprecherin im Radio oder für Hörbücher –

Cornelia Schönwald liebt die Vielseitigkeit. Auch wenn bei ihr alle Fäden in eine Richtung laufen: zur Bühne. Diese ist das eigentliche Zuhause, im Rheinland und in Berlin wohnt sie. Dabei findet sie es ebenso reizvoll, Menschen auf die Bühne zu bringen, als auch selbst auf ihr zu stehen. „ Die Arbeit als Regisseurin bereichert mich unglaublich. Ich genieße es aber auch, wenn man mich inszeniert“(…)
Es sei einfach schön, beide Seiten zu kennen. Dadurch habe sich für sie ein Raum, eine neue Erfahrungswelt geöffnet. Und auch in ihrer Arbeit als Sprecherin verlässt sie die Bühne nicht „ Denn auch beim Einsprechen von Hörbüchern sollte man wissen. Welche Geschichte man erzählen möchte.“ Überhaupt sei „Hörspiel ein Schauspiel mit Augen zu.“

Wenn Cornelia Schönwald von ihrer Arbeit spricht, dann redet sie von Projekten.
Ob ihre Inszenierung „ Nackt steh ich vor euch“, die in Neuss gespielt wird, oder ihr Soloprogramm „ Ist hier noch frei? Aus dem Leben einer Unerschrockenen“, in dem sie unter anderem Chansons von Friedrich Hollaender singt.
Sie findet es interessant, unbelastet und immer wieder mit frischen Ideen an neue Produktionen zu gehen. „Man muß natürlich ganz schön investieren und mobil sein“ sagt sie. Die Ergebnisse ihrer Arbeit jedoch stärken sie in dem Entschluß als freie Schauspielerin und Sängerin tätig zu sein. Ein Lebensberuf, wie sie sagt. Neue Ideen für Projekte hat sie bereits.

Bevor Cornelia Schönwald jedoch im März in Paderborn mit einem weiteren Wittenbrink- Liederabend zu sehen sein wird, laufen die Proben für „Schneewittchen“ im Schauspielhaus auf Hochtouren. Zwischen den Proben koordiniert die Co-Regisseurin, kümmert sich um Licht oder Tonaufnahmen. „Alles ist in trockenen Tüchern, die Fäden laufen zusammen.“
sagt sie.